|
Was ist Anorexia
nervosa?
Anorexia nervosa, allgemein bekannt unter Magersucht, tritt
erstmalig vorwiegend zwischen dem 10. und 25. Lebensjahr auf. Die
Betroffenen nehmen nur unzureichend Nahrung zu sich. Es handelt sich um ein
sehr stark gezügeltes Essen. Zum Teil werden ganze Mahlzeiten ausgelassen
oder es werden nur sehr geringe Mengen von ausgewählten Lebensmitteln zu
sich genommen. Häufig kommt es dabei vor, dass bestimmte Nahrungsmittel
aufgrund vieler Kalorien völlig vom Speiseplan gestrichen werden.
Gekennzeichnet ist diese Ernährungsweise durch eine sehr geringe
Kaloriengrenze, die zu sich genommen wird. Dies wiederum führt zu einem
starken Gewichtsverlust und bei entsprechender Dauer zu Untergewicht.
Viele der
Betroffenen nehmen im Verlauf ihren eigenen Körper dicker wahr als er
objektiv ist, besitzen häufig nicht die Einsicht, dass es sich um eine
Krankheit handelt und haben sehr große Angst an Gewicht zuzunehmen.
Begleitet wird diese Symptomatik häufig von Ruhelosigkeit und damit
verbunden ist ein gesteigerter Bewegungsdrang. Exzessives Sporttreiben wird
häufig zur Kontrolle des Körpergewichtes eingesetzt.
Langfristig sind
Beeinträchtigungen im psychischen Bereich (u. a. Einengung der Interessen,
Schlafstörungen und Depressionen) sowie die Gefährdung der körperlichen
Unversehrtheit bekannt. Körperliche Folgen des Untergewichtes aufgrund von
Mangelerscheinung können in Extremfällen sogar tödlich verlaufen.
|
Diagnostische Kriterien nach DSM-IV für Anorexia
Nervosa |
|
A. Weigerung das
Minimum des für Alter und Körpergröße normalen Körpergewichts zu halten
(z.B. der Gewichtsverlust führt dauerhaft zu einem Körpergewicht von weniger
als 85 % des zu erwartenden Gewichts, oder das Ausbleiben einer während der
Wachstumsperiode zu erwartenden Gewichtszunahme führt zu einem Körpergewicht
von weniger als 85% des zu erwartenden Gewichts). |
|
B. Ausgeprägte Ängste vor einer
Gewichtszunahme oder davor dick zu werden, trotz bestehenden Untergewichts. |
|
C. Störung in der Wahrnehmung der eigenen
Figur und des Körpergewichts, übertriebener Einfluss des Körpergewichts oder
der Figur auf die Selbstbewertung oder Leugnen des Schweregrades des
gegenwärtigen geringen Körpergewichts. |
|
D. Bei postmenarchalen Frauen das
Vorliegen einer Amenorrhoe, d.h. das Ausbleiben von mindestens drei
aufeinander folgenden Menstruationszyklen (Amenorrhoe wird auch dann
angenommen, wenn bei einer Frau die Periode nur nach Verabreichung von
Hormonen, z.B. Östrogen, eintritt.). |
Tabelle 1:
Diagnostische Kriterien nach DSM-IV für Anorexia nervosa
Anmerkungen.
Tabelle in Anlehnung an APA (2000). DSM-IV = Diagnostisches und
Statistisches Manual Psychischer Störungen (4. Ausgabe). |
Bei der Anorexia nervosa unterscheidet man zwei Untertypen:
·
Restriktiver Typus
Während der
aktuellen Episode der Anorexia Nervosa hat die Person keine regelmäßigen
Essattacken gehabt oder kein „Purging“-Verhalten (d.h. selbstinduziertes
Erbrechen oder Missbrauch von Laxantien, Diuretika oder Klistieren)
gezeigt.
·
„Binge-Eating/Purging“-Typus
Während der
aktuellen Episode der Anorexia Nervosa hat die Person regelmäßig
Essattacken gehabt und hat ein Purgingverhalten (d.h. selbstinduziertes
Erbrechen oder Missbrauch von Laxantien, Diuretika oder Klistieren)
gezeigt.
Seite drucken
 |